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Allgemeines
Holunder
Die botanische Bezeichnung des
Holunderbaums lautet Sambucus
nigra. Er ist in Europa, Nordafrika, West- und Mittelasien beheimatet.
Der Holunder ist ein bis zu 7 m
hoher Baum mit gegenständig
angeordneten Blättern. Die kleinen, gelblich-weißen
Blüten sind in großen,
trugdoldigen, flachen Blütenständen angeordnet. Sie
haben einen
charakteristischen Geruch und schmecken
schleimig-süß. Die getrockneten Blüten
sind auch als Fliedertee bekannt. Die Beeren haben eine
glänzend-schwarze bis
schwarz-violette Färbung. Sie schmecken
süß-säuerlich und sind nur nach
Erhitzen genießbar.
In prähistorischen
Stätten konnte durch den Fund von
Holundersamen die frühe menschliche Nutzung dieses Baumes
belegt werden. In der
Antike benutzte man den Holunder zum Schwarzfärben der Haare
und schon
Schriften dieser Zeit erwähnen ihn erstmals als Heilmittel.
In der christlichen Geschichte
galt es als schweres
Verbrechen, einen Holunderbaum zu fällen, nachdem
Unglück und sogar der Tod drohen
konnte. Angeblich soll sich Judas an einem Holunderbaum
erhängt haben. Im
Gegensatz dazu sahen die alten Germanen in ihm einen heiligen Baum, der
der
Schutzgöttin Frau Holle gewidmet war.
Die Volksmedizin fand
über die Jahre zahlreiche Verwendung
für den Holunder. Durch die Fähigkeit, die
Ausscheidung zu fördern, wurde
Holunder bei Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten als so genanntes
"Blutreinigungsmittel" eingesetzt. Außerdem soll er bei
Neuralgien
und Ischias helfen.
Holunderblüten werden
u.a. zur Zubereitung von Sekt und Wein
verwendet. Außerdem ist der Hollerküchle bekannt,
der aus in Ausbackteig
getauchten und frittierten Blütenständen besteht.
Medizinisch verwendet werden
die Blüten des Holunders. Die reifen Beeren werden zur Saft-
und Marmeladezubereitung
genutzt und spielen medizinisch keine Rolle mehr. Die Droge wird
hauptsächlich
aus Portugal, Ungarn, Polen und Russland importiert.
Wirkung und Inhaltsstoffe
Hauptwirkstoffe der
Holunderblüten sind ätherische Öle und
Flavonoide, daneben organische Säuren, Schleimstoffe und
Gerbstoffe. Sie wirken
stark schweißtreibend und stärkend auf die
allgemeinen Abwehrkräfte. Außerdem
kann eine schleimlösende und eine schwach harntreibende
Wirkung beobachtet
werden.
Anwendungsgebiete
Holunder kann bei
Erkältungskrankheiten und fieberhaften
Infekten besonders in Kombination mit Lindenblüten eingesetzt
werden, um eine
Schwitzkurz durchzuführen. Auch bei Katarrhen der Atemwege und
bei trockenem
Husten kann er zur Vermehrung des Bronchialschleims angewandt werden.
Dosierung und Anwendung
Holunderblüten werden
vor allem als Tee getrunken. Dabei
sollte die durchschnittliche Tagesdosis 10-15 g nicht
übersteigen.
Teezubereitung: 2
Teelöffel (2-4g) Holunderblüten werden mit
einer Tasse siedendem Wasser übergossen und 5 Min ziehen
gelassen. Täglich 1
bis 2 Tassen heiß trinken und dann möglichst ins
Bett legen und schwitzen.
Die Droge sollte kühl
und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
Hinweise
Bei der Anwendung von
Holunderblüten sind keine
Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen bekannt.
Der Verzehr von rohen oder
nicht ausreichend erhitzten
Holunderbeeren kann aber zu Übelkeit und Erbrechen
führen
Quellen:
Kraft, K.: Phytotherapie.
Thieme, Stuttgart 2000
Wenigmann, M.: Phytotherapie.
Urban und Fischer, München
1999
Stand: März 2005
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